· 

Rezension: Jennifer L. Armentrout - "Obsidian: Schattendunkel"

Katy ist ein ganz normales Mädchen. Nach dem Tod ihres Vaters zieht sie für ihr letztes Highschool-Jahr mit ihrer Mutter in eine Kleinstadt gefühlt am Ende der Welt. In ihrer Freizeit betreibt sie einen Literaturblog und rezensiert Bücher für Verlage. Wenn sie nicht gerade zwischen den Seiten eines Buches verschwindet, arbeitet sie gerne im Garten, wie sie es früher mit ihrem Vater getan hat.

 

Schnell freundet sie sich mit dem Nachbarsmädchen Dee an. Doch Dees Zwillingsbruder Daemon ist ihr nicht wohlgesonnen. Bei jedem Zusammentreffen lässt er sie seine Abneigung spüren und demütigt sie auch teilweise. Dennoch spürt Katy eine Anziehung und ein Knistern zwischen sich und Daemon.

Mehr und mehr seltsame Ereignisse geschehen und Katy weiß bald nicht mehr, ob wirklich etwas anders ist an dieser Stadt und ihren Nachbarn oder ob sie langsam verrückt wird.

Bald überschlagen sich die Ereignisse und die Erkenntnis, was in diesem Ort geschieht und vor allem, was die meisten Bewohner sind, ist schockierend und faszinierend zugleich.

 

 

Jennifer Lynn Armentrout ist eine meiner liebsten Autorinnen. Seit ich im Oktober das Glück hatte, sie persönlich kennenzulernen, sowieso. Sie ist herzlich und offen. Das spürt man auch in ihren Geschichten. "Obsidian - Schattendunkel" wird weltweit gehypt und gefeiert. Lange habe ich mich davor gedrückt, es zu lesen. Ich wusste nicht, ob ich ebenso begeistert sein würde oder enttäuscht. Leider war eher letzteres der Fall. Die Geschichte war in Ordnung, jedoch habe ich mir deutlich mehr erwartet.

Katy war mir als Protagonistin sympathisch. Hey, sie ist Bloggerin! Da kann man sich perfekt hineinversetzen und versteht sie sofort. Auch wie sie über ihren Vater spricht, hat mich berührt und ich konnte mit ihr mitfühlen.

Ihre Handlungen waren zum großen Teil für mich nachvollziehbar und auch verständlich.

 

Im krassen Gegensatz dazu steht Daemon. Überall wird schwärmerisch über diesen Charakter gesprochen und nach dem ersten Band der Reihe bin ich mir nicht darüber klar geworden, warum eigentlich. Auch kann ich mir die Entwicklung innerhalb der Reihe nicht vorstellen (und auch nicht die Fülle an Bänden erklären).

Daemon ist ungehobelt, grob, abweisend, kalt und bis auf wenige Lichtblicke (wer das Buch gelesen hat: Haha, kleiner Scherz am Rande), für mich durch und durch unsympathisch. Er behandelt Katy wie einen Menschen zweiter Klasse. Er demütigt und beleidigt sie, um in einem kurzen Moment der Schwäche einen Moment ein liebevolles Verhalten an den Tag zu legen. Kurz vor Ende hatte ich wirklich die Hoffnung, dass er nun sein Betragen ändert, aber Pustekuchen. Ätzend und arrogant wie eh und je.

 

Daher war die Geschichte sehr widersprüchlich für mich. Katy sympathisch, Daemon unsympathisch. Dadurch entstand quasi ein kleines Wechselbad der Gefühle und hat meine "Lust" und meinen Spaß an der Handlung gedämpft. Die Idee hinter all dem ist wirklich interessant und immerhin mal etwas anderes. Dennoch bin ich mir unsicher, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde.

 

Wer weiter gelesen hat, kann mir gerne schreiben, ob sich meine aufgeführten Kritikpunkte im weiteren Verlauf legen.

Seiten:

432

 

Übersetzer:

Anja Malich

 

  Verlag:

Carlsen Verlag

 

 Klappentext:

 "Als Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In dem kleinen Nest kommt sie anfangs nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Sie beschließt, bei ihren Nachbarn zu klingeln, und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber unfassbar unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau dieser Junge, dem sie von nun an aus dem Weg zu gehen versucht, ihrem Schicksal eine ganz andere Wendung geben wird …"

Quelle und Bildrechte: Carlsen Verlag